Aufruf! Unser Heimatfluss braucht unsere Hilfe!

Bündnis für die Lebensader Schwarze Elster und deren Nebenflüsse

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, seit einigen Jahren hat sich die Wassersituation im Einzugsgebiet der Kleinen und Schwarzen Elster bedingt durch vielerlei Faktoren dramatisch verschlechtert. Seit den Hochwasserereignissen von 2010/11 und 2013 erleidet unsere Region ein dramatisches Wasserdefizit, welches dazu geführt hat, dass Gräben und Flüsse leerlaufen und damit auch die Grundwasserstände absinken, Wälder flächendeckend absterben, Wald‐ und Flächenbrände zunehmen, landwirtschaftliche Kulturen vertrocknen, Traktoren auf den Äckern lange Staubfahnen hinter sich herziehen, Gartenbrunnen trockenfallen und Wasserentnahmen aus öffentlichen Gewässern in den Sommermonaten untersagt werden müssen, um die Mindestwasserabflüsse in den Gewässern sicherzustellen. Mehrfach ist unser Heimatfluss Schwarze Elster in den letzten Jahren oberhalb von Senftenberg kilometerweit komplett ausgetrocknet. Im Landkreis Elbe‐Elster wäre die Situation ähnlich dramatisch, gäbe es nicht die Zuflüsse aus der Pulsnitz, der Kleinen und Großen Röder sowie der Kleinen Elster, die aber auch abnehmen. Der durch die Wehranlagen in Bad Liebenwerda, Neumühl, München oder Herzberg erzeugte Wasserrückstau im Fluss täuscht über die dramatische Situation einer sich verstärkenden Klima‐ und Wasserkrise hinweg.

Seit über 20 Jahren wird in den zuständigen Landesbehörden an Konzepten für die Schwarze Elster und ihre Nebenflüsse gearbeitet. Bis auf die Ertüchtigung von Wehranlagen und Hochwasser bedingten Reparaturen an den Deichen der Schwarzen Elster ist bisher relativ wenig Praktisches umgesetzt worden, weil auch dafür benötigtes Planungspersonal nicht mehr vorhanden ist. Zivilgesellschaftliche Initiativen und Angebote für eine koordiniert regionale Unterstützung gab es mehrfach. Zwei Jahrzehnte lang wurden sie immer wieder mit dem Verweis auf stattfindende laufende Planungen durch zu langwierige bürokratische Verfahrensschritte ausgebremst. So kann und darf es nicht weitergehen! Wir leben hier und wollen auch künftig mit unseren Familien hierbleiben! Wird es trocken im Lausitzer Urstromtal ist das ein sehr deutliches Alarmzeichen und eine klare Aufforderung zum Handeln!

Wir müssen Umdenken und anders mit unseren Heimatflüssen umgehen!

Der Kohlebergbau wird schrittweise zurückgefahren, doch die Flüsse sind immer noch so breit wie zum damaligen Zweck der Abführung des abgepumpten Sümpfungs‐ und Grubenwassers. Der beabsichtigte Kohleausstieg und das damit verbundene Strukturstärkungsgesetz bieten die Chance, dem wohl naturfernsten Fluss Mitteleuropas zumindest teilweise wieder das Erscheinungsbild zurückzugeben, in dem er sich vor dem Kohleabbau in der Lausitz befand und aus Verantwortung für jetzt lebende und künftige Generationen Anpassungsstrategien an den sich vollziehenden Klimawandel zu erarbeiten und zeitnah umzusetzen. Wir brauchen eine Strategie, die darauf ausgerichtet sein muss, sowohl Niedrigwasser‐ als auch Hochwassersituationen wirkungsvoll bewältigen zu können. Vor allem aber muss es darum gehen, den Landschaftswasserhaushalt unserer Region zu stabilisieren und langfristig zu sichern.

Unser Wald stirbt flächendeckend, weil nicht genügend Wasser in der Fläche gespeichert wird

Unser Wald stirbt, weil viele Bäume über ihre Wurzeln den Kontakt zum Grundwasser verloren haben, dadurch weniger Harz bilden, um sich gegen zahlreiche Schädlinge wehren zu können. Auch der inzwischen eingeleitete Waldumbau, ob durch Naturverjüngung oder von Menschenhand initiiert, braucht Grundwasser. Der Grundwasserstand ist rapide abgesunken und liegt durch die langjährige Trockenheit um bis zu zwei Meter unter dem mittleren Niveau.

Wir müssen das jetzt für uns und künftige Generationen selbst in die Hand nehmen!

Der seit dem Jahr 2005 bestehende Förderverein Elbe‐Elster‐Tours e.V. startet nun eine Initiative, um eine Lobby für unseren Heimatfluss Schwarze Elster sowie seine Nebenflüsse als elementare Lebensadern der Region aufzubauen. Die Situation hat sich dramatisch zugespitzt, deshalb dürfen wir nicht länger abwarten und müssen uns auf die Kraft der Zivilgesellschaft besinnen, um schnell zu praktischen Ergebnissen zu kommen.

Wir brauchen Partner und Unterstützer aus allen Schichten der Bevölkerung, die ihren Worten auch Taten folgen lassen!

Zunächst soll noch in diesem Jahr anhand von zwei ausgewählten Flussabschnitten der Schwarzen Elster als Beispiel eine umgehende Modellrechnung aufgestellt werden, mit welchen Maßnahmen die Wasserstände in den Flüssen angehoben und stabilisiert werden können (Schritt 1). Darauf aufbauend ist vorgesehen, Varianten zu erarbeiten, die schnell zu einer Stabilisierung der Wasserstände führen, um Niedrigwassersituationen zu vermeiden.

Die Ergebnisse dieser Modellrechnungen sollen in einem weiteren Schritt durch eine hydrogeologische Untersuchung ergänzt werden, die den Nachweis für die Auswirkungen der errechneten gehobenen Wasserspiegellagen im Boden und auf das Grundwasser in den angrenzenden Gebieten bringen soll. Die Maßnahmen müssen schnell umgesetzt werden, beispielsweise durch Buhneneinbau oder Sohlanhebungen im Profil der Schwarzen Elster (Schritt 2). Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren und wollen Nägel mit Köpfen machen. Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung, die sowohl praktisch als auch finanziell erfolgen kann. Der gemeinnützige Förderverein Elbe‐Elster‐Tours e.V. hat parallel zu seinem Hauptkonto ein separates Unterkonto mit der Bezeichnung „Projektkonto Wasser“ eingerichtet und engagiert sich für die Sammlung von Spenden zur Finanzierung der notwendigen Untersuchungen und Maßnahmen. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende für die Umsetzung unserer Vorhaben. Eine Spendenquittung kann ausgestellt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Claus – Vorstandsvorsitzender Förderverein Elbe-Elster-Tours e.V.
Eckhard Lehmann – Vorstandsmitglied / Leiter AG Technik
Christian Heinrich-Jaschinski – Landrat Landkreis Elbe-Elster

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